Carl Reinecke (1824 – 1910)
Undine
Carl Reineckes Sonate „Undine“, komponiert 1882, zählt zu den bedeutendsten Werken der romantischen Flötenliteratur. Inspiriert von Friedrich de la Motte Fouqués Märchen, erzählt sie musikalisch die Geschichte des Wassergeistes Undine, ihrer Sehnsucht nach Liebe und ihres tragischen Schicksals.
Die vier Sätze bilden einen erzählerischen Bogen: Das Allegro eröffnet mit fliessenden Linien und dramatischen, wellenförmigen Bewegungen der Unterwasserwelt. Das leichte, tänzerische Intermezzo schildert Undines verspielte Natur. Im Andante tranquillo entfaltet sich ein lyrischer Dialog zwischen Flöte und Klavier, der ihre erwachende Liebe widerspiegelt. Das leidenschaftliche Finale führt schliesslich zu dramatischen Höhepunkten und verleiht der tragischen Dimension der Geschichte Ausdruck.
Mit ihrer Verbindung von erzählerischer Fantasie, melodischem Reichtum und virtuoser Brillanz bleibt Reineckes Sonate „Undine“ ein Meisterwerk des Flöten- und Klavierrepertoires.