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Musikstile #1

Das Weltbild des Barock ist harmonisch und rational geordnet. Die Glaubensspaltung, die Machtkämpfe der Fürsten, der 30jährige Krieg zerstören zwar die Ordnung, verstärken aber die Sehnsucht nach ihr. Auch die Leidenschaften des Menschen lassen sich nur durch rationale Ordnung steuern. Das führt in Leben und Kunst zu hohen Stilisierungen.

Das neue Selbstbewusstsein bestimmt auch das Verhältnis zur Natur. Kopernikus, Galilei, Kepler beweisen, dass die Erde nicht mehr im Mittelpunkt des Alls steht. Descartes, Pascal und Spinoza lehren eine menschlich erfahrene und denkerisch geprägte Ethik und Moral. Wissenschaftliche und künstlerische Akademien werden gegründet. Der barocke Mensch ist erstmals in der Geschichte diesseitsorientiert – voll Überschwang und Lebensfreude.

Die Politisch-soziale Wirklichkeit

Der barocke Staat ist eine Ständegesellschaft: König und Adel, Klerus, Bürger und Bauern. Diese Ordnung von Gottes Gnaden lässt sich aber nur noch mit Macht aufrechterhalten. In  den Städten gibt es die besitzende und gebildete Bürgerschicht. Das Landvolk verarmt immer mehr. 4/5 der Bevölkerung Europas sind Analphabeten.

Die barocke Kunst

Der Künstler ahmt die Natur nicht mehr nach wie in der Renaissance, sondern er schafft wie diese als schöpferischen Genius mit Gefühl und Ratio. So wendet er sich scheinbar oft gegen die Natur: Der Architekt baut Schlösser und Gärten nach geometrisch-mathematischen Entwürfen in Sümpfe und Unwirtlichkeit, der Dichter schafft rhetorisch geschliffene und gelehrte Werke, der Musiker ist ein „musicus poeticus“. Jede vom Menschen geschaffene Form bedeutet Abgrenzung gegen die Natur. So erscheinen auch viele Lebensformen des Barock künstlich und unnatürlich: Die floskelhaften Anrede, die Perücke, das Hofzeremoniell, die Kastraten usw.

Die katholische Kirche verlangte für die Verkörperung ihrer Macht eine Kunst die bewegte und überwältigte. Auch auf der weltlichen Seite war die Kunst des Barock Ausdruck der vollendeten Machtentfaltung des Absolutismus.

Die Musik des Barock

Die Barockmusik verbreitete sich zuerst in katholischen Ländern, ehe sie sich schließlich in leicht abgewandelter Form auch in protestantischen Ländern durchsetzen konnte.

Das musikalische Barockzeitalter stellt eine der reichsten und vielfältigsten Epochen der abendländischen Musikgeschichte dar. Neue vokale und instrumentale Gattungen entstehen und schon bestehende wandeln sich durchgreifend. Die neue Technik des Generalbasses verändert das Klangbewusstsein. Daneben bleibt die Wertschätzung der älteren polyphonen Setzweise bestehen und schafft zum ersten Mal in der Musikgeschichte einen Stildualismus, ein Neben- und Miteinander verschiedener kompositorischer Ebenen, oft sogar im gleichen Werk. Charakteristisch ist ferner die Herausbildung einer allgemeineuropäischen Musiksprache mit jeweils eigenen Stileigentümlichkeiten in Italien, Frankreich und Deutschland.

Nach 1750 bezeichnet man den Barock abwertend als schwülstige, überladene, alte Kunst. Die Musik des Barock galt entsprechend als harmonisch verworren, dissonanzenreich, melodisch schwierig und unnatürlich. Eine Aufwertung des Barock brachte erst das 19. Jahrhundert.

Unterschiede von französischer und italienischer Barockmusik

Französische Musik

 

Italienische Musik

Keine Improvisation    
Keine Kastraten    
Bassstimmen   Nur Fistelbässe (Strohbässe)
Die Musik war symbolgeladen    
Melancholisch    
    Kaum Bläsermusik
Tanzbegeisterung am Hof Ludwig XIV    
    Keine Huldigung an den König
Erfindung der Suite    
Erfindung des Ballets    

Die Oper setzte auf Elemente des Tanzes, des Chores und spektakuläre Bühneneffeke

  In der italienischen Oper stand der Sänger im Vordergrund. Die Melodieführung war komplizierter, was mit der stimmlichen Virtuosität der Sänger zu tun hatte.
Verschiedene Ausführungen gleicher Verzierungen    

 

Kommentare

Christine Baumann — Thursday, October 20, 2011 - 6:08pm

Super Zusammenstellung, merci

Super Zusammenstellung, merci. In der Stunde geht das leider beim einen Ohr rein und beim anderen Ohr fast wieder raus. Sorry.

helene-schulthess — Saturday, October 22, 2011 - 3:39pm

Liebe Christine, stehter Tropfen höhlt den Stein... Wie ich sehe hast Du meine Tipps wieder gefunden. Ich habe den Doktor Flute begraben. Liebe Grüsse Helene

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